Welchen Preis hat Dein Leben gekostet?

Was musste geschehen, damit Du sein kannst?

In der systemischen Aufstellungsarbeit können Teilnehmer und Aufsteller immer wieder erfahren, dass viele Menschen NEIN ZU IHREM LEBEN sagen, weil ihnen der Preis zu hoch ist, den es gekostet hat.

Viele Menschen haben ihr Leben empfangen, weil die Eltern in eine Zangsehe gedrängt wurden. Manche von ihnen waren unglücklich miteinander, aber Scheidung war gesellschaftlich nicht möglich.

Sehr viele Menschen sind unehelich gezeugt worden, was früher zum Ausschluss aus der Gesellschaft und auch dem Familienverbund führen könnte.

Einige Großmütter und Mütter heute lebender Generationen sind im Krieg (oder später) vergewaltigt worden und unsere Vorfahren oder wir selbst haben nur dadurch unser Leben in dieser Weise empfangen können, weil es dieses Leiden in unserer Ahnengeschichte gab.

Einige Familien haben in Armut leben müssen, weil die Kinderzahl bereits zu groß war für die Eltern und Familienernährer. Mütter sind bei der Geburt gestorben, Zwillingsgeschwister haben nicht überlebt, weil sie im Bauch nicht genug versorgt waren und die Überlebenden haben oft das Gefühl, sich zu viel vom großen Kuchen genommen zu haben.

All diese Umstände und noch mehr führen dazu, dass Menschen ihr Leben nicht richtig annehmen können. Sie sagen damit:

Nein, zu diesem Preis nehme ich es nicht. Der Preis ist zu hoch.

Doch genau darum geht es. Das eigene Leben will genau zu diesem Preis genommen werden. Der Preis ist schon lange in voller Höhe gezahlt worden und der einzige Weg, diesen Preis in vollem Umfang wertzuschätzen, ist, das eigene Leben ganz anzunehmen.

Ja zu sagen zum eigenen Leben.

Der Preis für unser individuelles MenschSein ist unterschiedlich hoch. Manchmal ist er sehr hoch. Zum Beispiel, wenn Vergewaltigungen im Spiel waren oder eine Frau in eine Partnerschaft mit einem Mann gezwungen wurde, den sie nicht liebte und gleichzeitig eine tiefe Liebe zu einem anderen Mann empfand.

Bedingungslos „Ja“

Unser Leben kann uns noch viele Herausforderungen stellen und uns ein kompromissloses JA abfordern.

  • Wenn es nicht so läuft, wie wir uns unser Leben vorstellen,
  • wenn wir an den Rand unserer Kraft kommen,
  • wenn geliebte Menschen zu früh gehen,
  • wenn …
… Ja, wenn es eben einen Preis kostet, der weh tun kann. 
Dann sind wir oft geneigt, NEIN zu sagen. Und ich selbst habe oft NEIN gesagt zum Leben. Als ich 18 und 19 war, habe ich sogar so sehr NEIN gesagt, dass ich drei Mal versucht hatte, mir das Leben zu nehmen. Und es war sehr mühsam, wieder zu einem JA zurück zu finden.
Im Laufe der letzten 20 Jahre durfte ich immer wieder zu einem JA finden. Nicht mehr in Bezug darauf, ob ich am und im Leben bleibe. Das nicht. Aber ob ich bereit bin, gemeinsame Mahlzeiten mit anderen zu essen, denn ich hatte mir und meinen Kindern eine ganze Reihe Nahrungsmittelunverträglichkeiten zugelegt und ich musste verstehen lernen, dass ich selbst es war, die NEIN gesagt hatte zu dem, was auf dem Tisch, auf dem Buffet steht. Das ließ sich auch auf das Buffet meines Lebens übertragen.

Was steht auf Deinem Buffet?

Ich hatte zu so vielen Herausforderungen nein gesagt. Wollte mich nicht auseinander setzen, mich den Aufgaben nicht stellen. So entwickelte ich lieber Unverträglichkeiten, als JA zu sagen. Doch diese erste wesentliche Herausforderung nahm ich dann innerhalb von zwei Jahren an und entschied, dass ich wieder mit anderen gemeinsam in fröhlicher Runde essen wollte. Nur vom toten Tier sollte es nicht sein und das zog ich noch viele Jahre durch. (Obwohl sich dieses Nein rückblickend auch als ungünstig erwiesen hat.)
Es kamen noch viele weitere Gelegenheiten, wo mein Leben mir sehr große Herausforderungen lieferte und ich gefragt war, dennoch zu einem JA zu finden. Schmerzhafte Verluste und geplatzte Träume gehörten ebenso dazu, wie Krankheit und zwei Kinder, die ich gehen lassen musste.

Nein als Ursache für fehlende Lebenskraft

Lebenskraft fehlte mir noch immer und wurde auch immer weniger. Dazu kannst Du hier lesen. Da ging es um das wesentliche Element für Lebenskraft, das Eisen. Und auch hier wieder die Frage, zu welchem Preis bin ich bereit, mein Leben zu nehmen?
Bin ich bereit, mein Leben zu dem Preis zu nehmen, dass ein Tier für mich sterben muss, damit ich und meine Kinder leben können?
Inzwischen kann ich fühlen, dass es nichts anderes ist, als das JA, was ich meinem Leben schenken darf, wenn ich es zu dem Preis annehme, den es meine Eltern, Großeltern und inzwischen auch mich selbst gekostet hat.

Finde Dein JA zum Leben

Das eigene MenschSein will ganz angenommen werden. Immer wieder neu und noch ein wenig tiefer.
Wenn Du magst, frag Dich einmal selbst, zu welchem Preis Du Dein Leben im Moment noch nicht nehmen willst. Wo versuchst Du, den Preis zu drücken? Wo verhandelst/feilschst Du mit dem Schöpfungsimpuls um die Details, obwohl es Dein Leben nur zu genau diesem Preis gibt?
Alles Liebe zu Dir
Beatrice
Edited with BlogPad Pro

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