Systemische Konflikte in Ehe und Partnerschaft

Viele Konflikte in Partnerschaften und Ehen kommen daher, dass aus unterschiedlichen Gründen der Platz für die Frau, Partnerin besetzt ist. (Das gilt natürlich auch umgekehrt. Ich bleibe in diesem Artikel in der Perpektive der Frau.)

Da im Alltag diese Zusammenhänge nicht erkannt werden können, gibt es viele oberflächliche Streitigkeiten und schmerzhafte Auseinandersetzungen zwischen den Partnern, ohne an der eigentlichen Ursache etwas ändern zu können.

Mögliche Konflikt-Anlässe sind zum Beipiel:

  • Die Frau fühlt sich immer wieder vom Mann in ihren Bedürfnissen nicht gesehen.
  • Die geplante Ankunft der Schwiegermutter der Frau führt bereits im Vorfeld zu großen Spannungen.
  • Gefühle von Eifersucht und Missgunst belasten die Beziehung
  • Die Partnerin fürchtet sich immer wieder davor, dass der Partner fremd geht. Manchmal wird daraus ein regelrechter Kontrollzwang.
  • Die Frau fühlt sich trotz offensichtlicher Zugewandheit des Mannes als die zweite Wahl oder einen „Notlösung“

 

Stellen Frauen diese Partnerschaften auf, ist es oft so, dass der Platz, der für sie vorgesehen wäre (neben dem Partner), erst einmal leer bleibt. Oft schauen beide oder ein Partner auf diesen leeren Platz. Oder, wenn beide mit dem Rücken dazu stehen, fühlen sie von dort eine Art Bedrohung.

Um den systemischen Konflikten auf die Spur zu kommen, findet ein Vorgespräch statt.

 

Das klärende Vorgespräch

Im Vorgespräch zur Aufstellung frage ich als Leiterin ab, ob es frühere Partnerschaften gab. Auch, wieviele und ob ein erster Partner verstorben ist. Oder auch, ob die Schwiegermutter ein gern gesehener Gast im Haus ist oder nicht.

Aus den Antworten kann ich entnehmen, wo vermutlich der Hase im Pfeffer liegt 😉 und die entsprechende Person mittels Stellvertreterin ergänzen lassen.

Für die oben genannten und ähnliche Konflikte gibt es verschiedene Gründe.

  •  Es kann ein Treueversprechen des Ehemannes/Partners bezüglich seiner Mutter vorliegen.

 

Ursache dafür kann die körperliche, geistige und/oder emotionale Abwesenheit des (Groß-)Vaters sein. Dann nimmt der Sohn den Platz des Partners und manchmal auch des Ernährers (Kriegszeit) der Herkunftsfamilie ein. Wird diese Verstrickung nicht aufgelöst, bleibt der Platz für eine eigene Partnerin besetzt. Spannungen sind vorprogrammiert.

  • Es kann eine nicht gelebte erste große Liebe gegeben haben. Das weiß man nicht immer, aber es zeigt sich in der Aufstellung dadurch, dass der Blick nicht von einem bestimmten Punkt gelassen werden kann oder auch, dass die Stellvertreter ganz klar sagen, hier fehlt noch jemand.
  • Es kann tatsächlich eine Partnerschaft vorher gegeben haben, die als große Liebe bezeichnet werden kann oder aus der gemeinsame Kinder hervorgegangen sind.

 

In beiden Fällen ist es wichtig, diese vorangegangenen Frauen zu würdigen und anzuerkennen. Sie gehören zum System dazu. Wenn dies geschehen ist, wird der Platz neben dem Partner frei und die Partnerschaft hat eine neue Basis, um wirklich zur Blüte zu gelangen.

Eine wertschätzende Haltung

Die wertschätzende Haltung den „Vorgängerinnen“ gegenüber kann oft während der Aufstellung erstmals gefühlt werden. Daher braucht man sich auch bei großem Zorn oder bestehender Eifersucht auf frühere Partner nicht voller Sorge in so eine Aufstellung begeben. Wichtig ist nur, sich selbst die Chance zu geben, dass Eifersucht und Missgunst auch einer wohlwollenden Haltung weichen dürfen.

Du kannst, wenn Du betroffen bist, sicher sein, dass Du ebenfalls Wertschätzung und Wohlwollen in einer solchen systemischen Aufstellung erfahren kannst.

Dieser Beitrag ist keine vollständige Liste aller möglichen Verstrickungen zu diesem Thema. Es kann gut sein, dass sich in einer Aufstellung ergibt, dass eigentlich der Platz neben Dir als Frau besetzt ist und Du nur dachtest, es sei anders herum. Für die individuelle Klärung dient das ausführliche Vorgespräch und der sichere Blick von mir als Aufstellungsleiterin in das System.

Die Teilnahme an systemischen Aufstellungen unterstützt uns in unserer Persönlichkeitsentfaltung, Liebesfähigkeit und Bewusstseinsentwicklung.

Für mich war vor vielen Jahren eine wichtige Erkenntnis, dass ich diesen unbewussten Verstrickungen nicht mehr ausgeliefert bin. Durch meine Teilnahme an zahlreichen eigenen Aufstellungen, als Stellvertreterin in vielen anderen Aufstellungen und bei unterschiedlichen Aufstellungsleitern habe ich gelernt, viele persönliche Verstrickungen zu erkennen und zu entmachten, ohne immer eine große Aufstellung machen zu müssen. Am Anfang jedoch und bei größeren Lebensthemen ist es auch für mich selbst ein wichtiges Werkzeug in meiner Bewusstwerdung und meiner spirituellen Entwicklung. Alles, was wir beim Namen nennen lernen, verliert seine Macht über uns.

Ganz besonders schätze ich an der Aufstellungsarbeit die Möglichkeit, immer tiefer und bedingungsloser lieben zu lernen. Durch die zahlreichen Einzelschicksale, denen wir uns als Aufsteller, Leiter und Stellvertreter gegenüber sehen, entwickeln wir ein tieferes Verständins für unser Menschsein. Hier wächst unsere Empathiefähigkeit UND wird ergänzt durch Klarheit und Bewusstsein über die tatsächlichen Zusammenhänge menschlichen Verhaltens. Negative Urteile über andere Menschen werden automatisch weniger, je öfter wir an systemischen Aufstellungen teilnehmen. Unsere Fähigkeit wächst, glückliche, tragfähige, und erfüllende Beziehungen zu erschaffen.

 

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