Freies Lernen braucht Vertrauen

Wenn Du, wie ich Mutter bist, kennst Du sicher auch die Ängste und Unsicherheit von uns Eltern, wie unser Kind wohl in der Schule zurecht kommt, ob es „erfolgreich“ sein und „gut“ lernen wird.

Ich selbst kenne diese Ängste in immer schwächerer Form seit über 10 Jahren. Und dabei habe ich in meinen Beziehungen zu jedem meiner Kinder soooo viel gelernt. Von einem „meiner Lernerfolge“ möchte ich Dir hier berichten❤️

Einer meiner Söhne ist vor einigen Jahren mit dem Status „geistige Behinderung“ auf eine reine Heilpädagogische Schule umgeschult worden. Ganz zu Anfang seiner Schullaufbahn. Und es war damals eine große Erleichterung für mich, dass er nun endlich frei von allem Druck und Stress das lernen konnte, wozu er aktuell in der Lage war. Er bekam Zeit und Raum für sein wahres Wesen❤️

Andere Eltern reagieren auf so eine Nachricht vielleicht geschockt und machen sich Sorgen darum, was wohl aus dem Kind werden wird, ob er ein eigenes und selbstständiges Leben leben kann. Ich nicht. Ich war glücklich, dass es ihm nun gut ging. Und es ging im all die Jahre gut auf dieser Schule. Immer deutlicher zeigte sich nun, dass er gar keine wirkliche Behinderung hatte, sondern nur die Schulform ihn am Lernen gehindert hatte!

Die Schulform hatte ihn daran gehindert, sein volles Lernpotential zu entfalten!

Vor einem Jahr gaben wir den Behindertenausweis zurück. Sein IQ war inzwischen messbar auf 104 angestiegen und er wird mit Förderbedarf Lernen (ausgeprägte LRS) an einer Förderschule in unserer neuen Heimat beschult. Mit Inklusion sind sie hier in Baden-Württemberg noch nicht so weit und es gefällt ihm dort.

 

Freies Lernen

Seit drei Jahren baut mein Sohn Bögen. Hier hat er nun das erste Mal einen Bogen mit Wasserdampf auch recurve gebogen. Seine Bögen haben bereits seit einem Jahr eine Schussweite von gut 100 Metern. Es war ihm wichtig, immer alles zu dokumentieren und zu messen. Beide Wurfarme sollten wirklich identisch sein und er hat zahlreiche Bögen mit Schwach- und Bruchstellen verabschieden müssen. Sein Zimmer hat hier noch vor dem Ausräumen aller Kartons bereits zwei Tillerwände gehabt und Feilen, Hobel, Ziehmesser und Garn für die Sehnen sind die Dekoration des Zimmers. Von den „Beizeflecken“ reden wir mal lieber nicht so viel 😉

Was hat das mit Lernen und Lernerfolg zu tun? Mein Sohn hält sich nicht an die Regeln unseres Schulsystems und lernt durch Lesen und Bücherstudium. Dafür kann er das gar nicht gut genug. Das einzige Buch, welches wirklich sehr genutzt wird, ist ein Buch über Bogenbau mit zahlreichen Grafiken und Bildern. Doch lernt er nun trotzdem alles, was wichtig ist

Eigenverantwortliches Lernen ist uns in die Wiege gelegt!

Ich denke ja! Sogar Physik kommt nicht zu kurz. Er wollte nun unbedingt wissen, wie weit sein neuester Bogen schießt, hatte hier aber keine Möglichkeit, die Schussweite zu messen, wegen der fehlenden großen Wiese. Wie hat er sein Problem gelöst?

Er hat seine Schultasche gewogen und an die Sehne seines Bogens gehängt. Dann den Auszug gemessen. Anhand der Pfeillänge und seines Armauszugs hat er dann das Zuggewicht berechnet. Nun war es nicht mehr weit zum errechnen der Schussweite. Mein Sohn hat uns dafür nicht ein einziges Mal um Rat gefragt. Auch in der Schule hat er diese Formel nicht gelernt.

Ich muss nicht sagen, wie sehr mein Mutterherz aufgeht, wenn ich seine Begeisterung und seine Lernfreude sehe, oder?

Ich möchte Dich als Elternteil mit dieser Geschichte einladen, Deinen Kindern mehr zu vertrauen als unserem Schulsystem. Wenn Du viel Druck verspürst und die Angst vor dem „Versagen“ Deines Kindes oder Deinem eigenen Dich zu überwältigen scheint, dann nimm Dir Zeit für Dich und Deine Ängste. Aber gib Dein Kind frei! Diese Ängste haben in der Regel ganz woanders ihren Ursprung. Zahlreiche Glaubenssätze und übernommene Überzeugungen von anderen, vermeintlich mächtigen Menschen sind ihre Auslöser.

Gib Deinen Ängsten keine Macht über Dich und Deine Beziehung zu Deinem Kind!

Ich unterstütze Dich gern dabei, diese Ängste und Überzeugungen liebevoll anzuschauen und zu entmachten. Oft reicht es jedoch schon, wenn Du Dich damit in ein stilles Kämmerlein und einem Stück Papier und Stift zurück ziehst, um es für Dich aufzuschreiben. Auch mit anderen Müttern, die WENIGER ängstlich sein sollten, als Du es bist, lohnt es sich auszutauschen.

Vertraue Deinem Kind und seiner Lernfreude❤️

Liebe Dich glücklich❤️

Beatrice

 

 

 

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