Kinder verändern unser Leben

Diesen Text habe ich am Geburtstag unserer jüngsten Tochter geschrieben. Zu jedem unserer Kinder kann ich etwas besonderes schreiben, denn jedes Kind hat mein Leben verändert. Und ich glaube, es ist immer so. Es gibt ein Leben vor einem Kind und ein Leben nach dessen Geburt. Nichts ist mehr, wie es war. Und das ist gut so!

Vor fünf Jahren am 9.8.2012

Vor fünf Jahren bist Du in diese Welt geboren, mein sechstes Kind. So, wie Du zu uns gekommen bist, bist Du jeden Tag ein Segen für uns gewesen, bis heute.

Wir haben uns ein sechstes Kind gewünscht, Papa und ich. Aber mir ging es sehr schlecht und ich wusste nicht, warum. Ich würde immer schwächer … also entschieden wir uns schweren Herzens dagegen. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt ließ ich mich von jetzt auf gleich entlassen. Ich wollte zurück zu meinem Mann und meinen fünf Kindern und ich erwartete in der Klinik keine weitere Verbesserung oder gar Lösung. Also ging ich heim.

Und ich war glücklich darüber. Auch Dein Papa war überglücklich. Wir waren so glücklich, dass Du Dich noch in dieser Nacht zu uns auf den Weg machen konntest … wer hätte das gedacht.

Ich habe Dich sofort gespürt, wie auch Deine älteren Geschwister. Ich wusste, wann ich schwanger werde, wann da jemand kommt und mit uns sein will. Und ich war mir sehr sicher, dass Du ein Mädchen bist. Allerdings wusste ich auch, wie schlecht es mir körperlich ging und ich hatte einige Monate große Ängste auszustehen, denn mit der Schwangerschaft verschlimmerten sich die Symptome massivster Erschöpfung bis zur Bettlägerigkeit. Ich hatte Angst – Todesangst! Und ich liebte Dich vom ersten Augenblick so sehr …

Du solltest eine Chance haben. Warst Du doch in einem meiner glücklichsten Momente zu uns gekommen …

Nach fünf Monaten fand ich im Internet die Lösung und Du warst daran beteiligt. Ich hatte herausgefunden, dass ich ein schweres Eisenmangelsyndrom haben musste. Allerdings ohne Anämie … ich hatte Forschungsberichte aus der Schweiz entdeckt und wusste nun, dass ich Eisen brauchte. Allerdings sind deutsche Ärzte da sehr resistent, wenn es darum geht, Eiseninfusionen zu geben. Sie lesen sich nicht einmal die Forschungsberichte Schweizer Ärzte durch, denn mit Eisen ist nicht zu spaßen und so leicht bekommt man das nicht.

Nur meine Frauenärztin, die mich in fünf Schwangerschaften begleitet hat, nahm sich sofort die Forschungsberichte vor und gab mir auch das notwendige Eisen intravenös und IN DER SCHWANGERSCHAFT.

Es war mein Lebensglück, dass ich schwanger war, dass Du da warst! Denn nur so hatte ich eine Ärztin in Braunschweig, die mir helfen wollte und konnte.

So konnten wir die zweite Hälfte der Schwangerschaft voller Kraft und Vorfreude genießen. Alle Symptome waren weg und ich konnte sogar wieder im Garten arbeiten und mich um Deine älteren Geschwister kümmern.

Ich hatte einen Wunsch:

Deine Geburt sollte bitte nicht ganz so schnell gehen, wie die, Deines älteren Bruders. Er hatte mich innerhalb von 30 Minuten überrumpelt und war schneller geboren, als ich mich sortieren könnte und ich wollte Deine Geburt bewusst und wach erfahren.

Und dieser Wunsch erfüllte sich. Deine Geburt war sanft, so sanft, dass ich daran zweifelte, ob Du schon geboren wirst …

Ich wachte nachts um 1:00 Uhr auf und hatte ganz leichte Blutungen. Ich wusste, es geht los. Ein sanftes ziehen im Unterbauch. Da meine Hausgeburtshebamme einen weiten Weg hatte und ich bislang ziemlich flotte Geburten erfahren durfte, rief ich sie lieber gleich an. Sie kam dann auch mit der Hebammenschülerin zusammen, die ich schon aus der Vorsorge kannte. Ich möchte uns Tee und hatte so alle zehn bis fünfzehn Minuten leichte Wehen, die sich überhaupt nicht nach Geburt anfühlten … weil sie kein bisschen weh taten. Das kannte ich so nicht. Es war fast ein streicheln und nach drei Stunden meinte ich, dass damit wohl kein Kind geboren werden könne. Aber meine Hebamme lachte nur und meinte: Ich denke, Du wolltest diesesmal ganz in Ruhe und entspannt Dein Kind bekommen?

Ja, das wollte ich. Gegen 6:30 Uhr kamen die ersten beiden Kinder die Treppe herunter und ich schickte sie zur Nachbarin zum Frühstück. Das war so verabredet. Innerhalb der nächsten halben Stunde schickte ich auch die anderen nach und nach rüber und begleitete sie selbst zur Tür. Dein Papa hattenmir das abgenommen, doch ich sah keinen Grund dafür.

Ich bezweifelte sehr, dass meine Wehen Geburtswehen waren. Um 7:00 Uhr schloss ich ein letztes Mal die Haustür. Da spürte ich langsam etwas Druck nach unten. Ich ging zu dem Ort, den ich mir als Geburtsplatz auserkoren hatte und 7:10 Uhr schaute ich Dir das erste Mal in die Augen. Du hast nicht gebrüllt wie Deine Brüder vor Dir. Still und leise schautest Du mich und Deinen Papa an. Das werde ich niemals vergessen …

Ich liebe Dich! Happy Birthday, Tochter ❤️

 

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