Kinder in Not – Druck von allen Seiten

„Wenn Du nicht fleißig mitarbeitest, sag ich es Deiner Mama …“
„Ich rufe Deinen Vater an, wenn Du nicht still bist.“

Die alte Vereinbarung zwischen Schule und Elternhaus erlaubt es Lehrern, ungehorsamen, faulen, langsamen Kindern mit den Eltern zu drohen. Der Lehrer war die Autorität, der sich alle unterzuordnen hatten und natürlich wurde das oft mit allen Mitteln getan. Ein Lehrer konnte noch so schlecht sein, seine Position gab ihm die Autorität und die Macht kompromisslos seinem Willen und seiner Sicht auf das Kind zu folgen!

Und noch immer wirkt viel von diesem alten System in den Beziehungen zwischen Schule und Elternhaus.

 

 

Die Perpektive des Lehrers

Immer noch gibt es viele Eltern, die die Perspektive des Lehrers als unantastbar anerkennen. Sie haben (aus ihrer eigenen Geschichte heraus) die Überzeugung, dass der Lehrer auf jeden Fall die korrekte Wahrnehmung vom Kind im schulischen Rahmen hat. Wenn er ein Disziplinproblem diagnostiziert, dann versuchen diese Eltern für Disziplin zu sorgen.

Je unsicherer die Eltern in Bezug auf Ihre eigenen Kompetenzen in der Kindererziehung sind, desto leichter kann der Lehrer sie als Verbündete gewinnen.

 

Eltern wollen gute Eltern sein

Eltern wollen gute Eltern sein und so passiert es, dass schon Erstklässler von den eigenen Eltern unter Druck gesetzt werden, wenn sie in der Schule nicht so rund laufen, wie sie sollen. Anstatt nach den wahren Gründen für die VerhaltensSymptome zu forschen und das Kind direkt mit einzubeziehen, hat es nun nicht nur seinen Lehrer, seine Lehrerin gegen sich sondern auch noch die eigenen Eltern! Die ungleiche Machtverteilung kann sich wohl jeder einfach mal vorstellen bitte.

 

Kindern mit den Eltern drohen?

Wie schlimm ist es für Kinder, wenn ihnen mit ihren ELTERN GEDROHT wird und in der Folge auch effektiv gedroht werden kann?! Das ist eigentlich das Allerletzte, was Lehrer tun sollten! Und ich appelliere an alle Eltern, grundsätzlich mit dem eigenen Kind solidarisch zu bleiben, wenn sie in folgende Situation kommen:

Der Lehrer, die Lehrerin des Kindes will, dass die Eltern mit ihm an einem Strang ziehen, um das Kind so hinzubiegen, dass es im Unterricht nicht mehr auffällt.

Das ist der schlechteste aller möglichen Wege.

Leider passiert es immer wieder, dass bereits Erstklässler solchen Drohungen ausgesetzt sind.

Allzu oft gelingt es Lehrern, die sich nicht mit ihrem eigenen Verhalten auseinander setzen wollen, Eltern so zu verunsichern, dass diese sich gegen ihre Kinder wenden! Dabei sollten Eltern unter allen Umständen der sichere Hafen sein, zu dem Kinder zurück kehren können, wenn es draußen in ihrer kleinen Welt zu bedrohlich wird und sie Hilfe brauchen.

Hört endlich auf, die Kinder zu bedrohen!

Kinder in Not – Einsamkeit, Ohnmacht, Angst?

Wie einsam wird ein Kind, das Probleme in der Schule hat, und nun auch noch die Eltern fürchten muss.

Bitte liebe Eltern! Lasst Euch niemals in so einen Machtkampf hineinziehen. Wenn ein Kind bereits in der Grundschule nicht zurecht kommt, braucht es Hilfe und nicht eine Gruppe von Erwachsenen, die an einem Strang ziehen, der sich langsam aber sicher um das Kind enger ziehen wird, bis es nicht mehr ein nicht aus weiß.

Der Lehrer, die Lehrerin hat im Falle von frühzeitigen Disziplinproblemen / auffälligem Verhalten im schulischen Rahmen zuerst die Aufgabe, die eigene Beziehung und das eigene Verhalten zum Kind in Frage zu stellen. Und natürlich zu schauen, was dem Kind wirklich fehlt.

In diesem Artikel findest Du ein Beispiel, wie Kinder schon frühzeitig ins Abseits geraten können und aus ganz normal und gesund reagierenden Kindern Schulversager werden, deren Einsamkeit kaum noch formuliert werden kann.

Marienkäfersterben – Ein Erstklässler an seine Lehrerin

Ganz sicher wird die Erhöhung des Drucks auf ein Kind KEINE positiven Auswirkungen für die gesunde Entwicklung eines Kindes haben. Selbst dann, wenn es in der Schule „unauffällig“ werden sollte, hat das Kind verloren und die Eltern auch. Das Kind passt sich zwar an, doch die Beziehung zwischen Eltern und Kind hat einen erheblichen Bruch bekommen. Auch in dem Kind ist etwas kaputt gegangen.

Der Preis für erfolgreichen Druck

Ich würde mir sogar viel mehr Sorgen um die emotionalem und psychische Gesundheit des Kindes machen, wenn diese Maßnahmen Erfolg haben. Denn dann hat das Kind sein eigenes Anliegen, die wahre Not, die zu seinem Verhalten geführt hatte, aufgegeben und hat aufgehört, darauf hinzuweisen.

Wogegen die Kinder, die durch solche Maßnahmen noch auffälliger, womöglich aggressiver werden, wenigstens noch bereit sind, weiterhin für sich einzustehen.

Hört den Kindern genau zu! Sie haben etwas zu sagen, was sich zu hören lohnt.

Für Lehrer, die auf Machtmissbrauch verzichten wollen, gibt es bei Familylab tolle Fortbildungen!

https://familylab.de/das-wird-schule-machen-die-lehrerweiterbildung.asp

(Leider ist die familylab-Seite noch nicht auf https (Sicherheit, Verschlüsselung) umgezogen. Bitte einfach kopieren und das s herausnehmen, um die Seite zu erreichen. Für dieses wichtige Angebot mache ich eine Ausnahme auf meinem Blog.)

Für Eltern, die sich Unterstützung wünschen, um ihrem eigenen Blick auf ihr Kind mehr Gewicht zu schenken, bin ich als Familiensystemischer Coach auch online erreichbar (Videochat / Telefon). Termine unter 07651 9720151 (bitte eine Nachricht mit Anliegen und Kontaktdaten hinterlassen).

 

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