Eltern in der Verantwortung

Kinder soll man hören aber nicht sehen … sagte man früher … und heute ist es immer noch genau so. LEIDER!

 

Eltern stehen enorm unter Druck

für alles sind sie verantwortlich und viele Dinge werden ihnen einfach aufgedrückt. Ein Twitterpost erreichte mich heute über Facebook. Viele teilen ihn begeistert, weil ja anscheindend so viele Kinder heute nicht einmal mehr die normalsten Höflichkeiten beherrschen, wie Bitte und Danke und Freundlichkeit … bitte hier lesen:

Schule verlangt, dass Elten mehr Verantwortung übernehmen!

Von den Eltern lernen Kinder genau so lange, wie sie in ihrer Obhut sind. In der Schule sind die meisten Kinder schon bald mehr, als sie Zeit mit den Eltern verbringen. Und wenn sie in die Schule kommen, sind sie immer noch klein und die meisten waren bereits viele Stunden des Tages in der Obhut fremder Menschen. … Eltern werden schnell zur Verantwortung gezogen. Überall!

Aber wofür sollen sie alles verantwortlich sein, wenn ihnen nicht einmal mehr möglich ist, über den Aufenthaltsort ihres Kindes zu bestimmen oder auch nur über die Art und Weise, wie sie den Nachmittag mit den Kinder verbringen, denn der ist bereits überwiegend fremdbestimmt!

Die meisten Eltern haben sicher ein großes Interesse daran, dass ihre Kinder sich in einer Weise entwicklen, die ein schönes Gemeinschaftsleben möglich macht. Doch wenn es wirklich so ist, dass Eltern hier ihren eigenen Erwartungen genauso, wie den gesellschaftlichen Erwartungen nicht mehr gerecht werden können, ist es vielleicht Zeit, mal klar zu werden darüber, welcher Über-Verantwortung Eltern inzwischen ausgesetzt sind.

Eltern reagieren teils „allergisch“

Viele Eltern reagieren teilweise allergisch, wenn sie in einem Geschäft oder beim Arzt freundlich aufgefordert werden, ihre Kinder bitte im Zaum zu halten, leiser zu sein, sie in den Griff zu bekommen …

… und das hat gute Gründe!

Als Eltern stehen wir enorm unter Druck!

Überall sind wir verantwortlich und wir wissen das. Und die meisten tragen diese Verantwortung gern. Doch oft ist es schlichtweg zu viel, was für selbstverständlich genommen wird! Es ist zu viel verlangt, dass Kinder eigentlich überall nur unter Kontrolle gehalten werden sollen. Kaum ein Kind hat heute noch Luft zum Atmen und Eltern schon mal gar nicht.

Was für unsere Mitmenschen aussieht wie eine Kleinigkeit, kann das Fass zum Überlaufen bringen.

 

Nehmen wir mal nur die Schulkinder. Davon habe ich gleich vier:

Morgens sollen die Kinder pünktlich überall sein. Sie sollen ordentlich, sauber, mit geputzten Zähnen (weil wir Eltern auch für die Zahngesundheit verantwortlich sind) und vollständigen Schulsachen vorbereitet sein für den Unterricht. Außerdem sollten sie gut und gesund gefrühstückt haben, ausgeschlafen sein und alle ausgefüllten Formblätter im Ranzen haben, die in den letzten Tagen ins Haus geflattert sind.

Am Nachmittag sollen die Hausaufgaben begleitet und Lesen geüb werden (nur kurz natürlich, denn es soll ja nicht zu viel sein), ein gutes Mittagessen parat stehen, die Kinder ermahnt und eingenordet werden, damit sie in der Schule nicht auffallen. Es muss eingekauft werden, ein Kind muss zur Vorsorgeuntersuchung, ein anderes zur Ergotherapie, das nächste hatte Stress in der Schule und kündigt den Anruf des Klassenlehrers an. Ein Englischtest will unterschrieben werden und ein Termin beim Optiker muss gemacht werden. Ach ja, Kind eins braucht neue Sportschuhe … und es muss schon in der Pause drin bleiben, weil die bösen Eltern immer noch nicht geschafft haben, Hausschuhe zu kaufen für die Klasse – es ist Winter und da wird alles nass. – manche Eltern haben auch finanzielle Sorgen und kaufen deswegen keine Hausschuhe.

Moment mal, wann sind die Kinder heim gekommen?

So zwischen 12:30 und 15:00 Uhr, je nach Schulschluss. Wieso ist es schon 18:00 Uhr und ich habe immer noch nicht alles geschafft?

Ach ja, Bitte und Danke sollten wir auch noch üben.

Aber jetzt müssen wir noch schnell in die Drogerie. Zahnpasta, Deo und vor allem Windeln für die Kleine … oh Mann … das mit dem Windelfrei ist nebenbei gesagt eine tolle Idee, aber nur für Menschen, die sonst nichts anderes machen, denke ich.

In der Drogerie haben die jüngeren Kids keinen Bock mehr. Sie spielen Fangen zwischen den Regalen und es dauert nicht lange, da bekommt Mama den Hinweis, dass es so nicht ginge. Mama weiß das, aber sie weiß auch, dass weder sie selbst noch die Kinder heute auch nur eine frei Stunde hatten. Genauso wie gestern und vorgestern und morgen und übermorgen … und dann sind da noch die nicht erledigten Termine, um die sie gebeten worden war. Elternabend, Standbetreuung am Basar … gute Eltern machen Standbetreuung, weil sie damit signalisieren, dass ihnen ihre Kinder nicht egal sind … so wird es in der Regel verkauft von wohlmeinenden und engagierten Miteltern – nicht von den Pädagogen oder der Schule. Und manchmal merke ich, wie ich dazu nicke und dabei denke:

Mir sind meine Kinder tatsächlich wichtig. Deswegen bin ich lieber nach außen die Mama, die nicht mitmacht und einige Eltern sind vielleicht enttäuscht von mir. Dafür habe ich wenigstens diese paar Stunden mit meinen Kindern frei!

Ich finde es an der Zeit, Eltern dafür zu danken, dass sie Eltern sind in unserer Gesellschaft. Ja, wir Eltern können auch mal ein Danke vertragen für das, was wir tagtäglich leisten. Das ist mir aber ehrlich gesagt noch nicht passiert. …

Bist Du auch Mama? Wie sieht Dein Alltag aus? Hast Du alles im Griff? Oder wünschst Du Dir auch manchmal, dass wieder mehr Wahrnehmung dafür entsteht, wie ein Familie Alltag tatsächlich aussieht?

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