Aufgebraucht …

ich kann nur Mutter sein. Ich habe Talent, sehr viel Wissen und gute Fähigkeiten für systemische Lösungen. Ich kann Schreiben und differenziert die Sorgen und Nöten von Kindern erkennen und benennen. Ich kann in Beziehungskonflikten zwischen Erwachsenen untereinander und mit Kindern sowohl im beruflichen Rahmen als auch privat nach kurzer Beobachtungszeit die Kernproblematik benennen und Lösungsansätze schaffen.

Aber ich kann nicht Mutter sein UND berufstätig. Dann mache ich weder das eine noch das andere richtig, denn meine Kinder laufen nicht nach Plan A. Sie sind besonders und sie brauchen mich ganz.

Lies auch hier beI Tollabea zum Thema:

http://www.tollabea.de/vereinbarkeit/

Vereinbarkeit ist eine Lüge

Bei der Vereinbarkeit habe ich versagt, denn sie ist nicht möglich. Damit ich meine Talente beruflich und finanziell erfolgreich leben kann, muss ich als Mutter so viele Abstriche machen, dass meine Kinder und ich Schaden nehmen.

Ich habe es ausprobiert … zwei Mal …

Als Tagesmutter konnte ich einige meiner Talente mit Kindern leben und bin dabei selbst vor die Hunde gegangen. Dann habe ich mich auf auf mein breites Spektrum an Fähigkeiten konzentriert, denn Geld verdienen war und ist wichtig. Ich habe meine Systemische Arbeit gelebt, ich weiß wirklich viel im Rahmen der Patchworkthematik. Da bin ich mit Sicherheit Expertin. Genauso viel weiß ich im Zusammenhang mit Trauma und sexuellem Missbrauch, der Kriegsthematik in den Herkunftsfamilien, der notwendigen inneren Haltung dem Menschlichen gegenüber, damit Inklusion überflüssig wird und wichtigen Entwicklungsfragen und Herausforderungen von Kindern, die nicht ins System passen …

Ich bin intelligent und fleißig … und trotzdem habe ich, wenn es darum geht, beruflich und finanziell erfolgreich zu sein und gleichzeitig meinen Kindern die Mutter, die sie brauchen, auf ganzer Linie versagt …

Nicht, weil ich zu blöd dazu bin, denke ich. Ich habe versagt, weil ich das Unmögliche versucht habe. Ich habe versucht, dem 24-Stunden-Tag 48 Stunden abzuringen und habe tagtäglich 200% gegeben. Seit Dezember 2016 habe ich immer weiter Abstriche gemacht und nun melde ich mein Gewerbe als Coach ab. Es ist egal, wieviel ich weiß und kann, welche Kompetenzen ich mir erarbeitet habe und ob jemand anderes genauso viel kann.

Meine Kinder brauchen mich

Meine Kinder brauchen mich und sie brauchen meine Unterstützung, sich in dieser Welt zurecht zu finden, ihren Platz zu finden, zu lernen und zu leben. Sie haben nur mich und ihren Papa.

Für meine Kinder bin ich unersetzlich.

Ein Jahr und mehr habe ich meine Kinder versucht, an die staatlichen Anforderungen im schulischen Rahmen anzupassen. Tagein tagaus habe ich mit ihnen gelernt, sie gefördert, unterstützt, motiviert, gehalten und nie hat es gereicht. Für die Schule hat es nicht gereicht. Nur der Jüngste meiner Söhne hatte Glück. Er hatte genau die richtige Lehrerin. Eine, die die Kinder wahrnimmt und genau weiß, was sie brauchen. Ich habe mich persönlich bei ihr dafür bedankt. Und sie bekommt demnächst einen extra Artikel … die anderen sind mehr schlecht als recht durchgekommen, immer damit konfrontiert, nicht gut genug zu sein, sanktioniert und bestraft zu werden, zu oft nicht gesehen in ihren Nöten und tatsächlichen Bedürfnissen.

 

Endlich wieder Waldorf ❤️

Und die Chance auf seelische Gesundung

Nach Monaten haben wir nun wieder Plätze an einer Waldorfschule. Der Waldorfschule Dachsberg! Ein traumhafter Ort mit zauberhaften Menschen, die bereit sind, die Kinder zu sehen und wahrzunehmen, zu begleiten und anzuleiten. Eine Schule, an der Leben wieder möglich sein kann.

Die letzten Monate haben wir nur noch funktioniert. Wir haben versucht, Schritt zu halten, uns anzupassen und Schule bestimmte unser aller Leben. Für andere Dinge war praktisch keine Zeit mehr. Jetzt endlich können wir den Bienen beim Honig sammeln zuschauen, Blätter sammeln, Basteln und Wolkenbilder gucken, denn wir müssen nicht mehr Schritt halten.

 

Nicht mehr Schritt halten …

Mein Körper lief bereits auf Notbetrieb. Ich hatte vier Mal hohes Fieber in einem halben Jahr, Magenschleimhaut- und Zahnentzündungen. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Zahnfleisch gegangen, die Schulthematik ist mir auf den Magen geschlagen und meine Schultern haben sich unter der Last gekrümmt. Meine Beine gaben nach und mein Eisenspeicher war leer.

Heute ist der letzte Schultag hier in Baden-Württemberg vor den Sommerferien. Ein paar Termine haben wir noch, doch schon die letzten Tage verlangte mein Körper nach Ruhe, Erholung, keine Telefonate … oft bin ich nicht ran gegangen …

Ich weiß noch nicht, wie es beruflich mit mir weiter geht, denn finanziell ist es eigentlich nötig, dass ich arbeite und dazu verdiene. Besser noch ein komplettes Einkommen … aber es geht nicht.

Ganz ehrlich: Ich bin traurig, dass ich meine Talente nicht leben kann, ohne leer zu laufen.

Für das „Nur Mutter sein“ gibt es weder Geld noch Lorbeeren …

Auf Notbetrieb kann niemand lange durchhalten.

Hier lesen, wie die Waldorfpädagogik unserem ältesten Sohn den Weg geebnet hat:

Freies Lernen – Mit Ausdauer zum Erfolg

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